#4 Meine Wurzeln: Banat, Kommunismus und die Kraft des Neuanfangs

Shownotes

Was hat Deine Familiengeschichte damit zu tun, wie Du heute Krisen bewältigst, Entscheidungen triffst und immer wieder neu anfängst? In dieser ersten Plauderfolge von KLARE STUNDE nehme ich Dich mit zu meinen Wurzeln: ins Banat und nach Siebenbürgen, zu den Banater Schwaben und Berglanddeutschen, nach Reschitza und schließlich nach Deutschland. Ich erzähle Dir, welche Spuren sich in meinem Namen Hutflötz-Zikeli verbergen und warum Pioniergeist, Eigenständigkeit, Kreativität, Durchhaltevermögen und ein gewisser Eigensinn in meiner Familie eine so große Rolle spielen. Doch diese Geschichte ist keine romantisch verklärte Ahnengeschichte. Sie handelt auch von Krieg und Flucht, von Enteignung, Verfolgung durch die Kommunisten, von der Securitate, von Hunger, Verlust und der Deportation meiner Familie in die Bărăgan-Steppe. Sie handelt von Menschen, die alles verloren hatten, unter härtesten Bedingungen neu anfangen mussten – und dennoch nicht aufgehört haben, ihr Leben aufzubauen. Auch meine eigene Kindheit im Kommunismus, die Erfahrung einer Zweiklassengesellschaft und unsere spätere Auswanderung nach Deutschland gehören zu dieser Geschichte. Der Wechsel aus einem kommunistischen System in ein freiheitlich-demokratisches Land war für mich ein großes Geschenk. Aber Freiheit bedeutet nicht nur, etwas tun zu dürfen. Sie bedeutet auch, Verantwortung für die eigenen Entscheidungen zu übernehmen. Ich durfte lernen: Meine Entscheidung von gestern muss nicht meine Entscheidung von heute sein. Ich kann mich jeden Tag neu entscheiden. Vielleicht liegt genau darin eine der größten Kräfte, die mir meine Vorfahren mitgegeben haben: nicht stehen zu bleiben, sondern immer wieder zu prüfen, zu lernen, neu zu wählen und den eigenen Weg weiterzugehen. In dieser Folge erfährst Du: – woher meine Familie und mein ungewöhnlicher Name kommen – was Banater Schwaben, Berglanddeutsche und siebenbürgische Wurzeln miteinander verbindet – wie Krieg, Kommunismus, Enteignung und Deportation meine Familie geprägt haben – welche Rolle Pioniergeist, Trotz, Kreativität und Zusammenhalt spielten – wie meine Kindheit im kommunistischen Rumänien mich beeinflusst hat – was sich durch unsere Auswanderung nach Deutschland veränderte – warum Selbstreflexion und lebenslanges Lernen für mich so wichtig sind – wie Du auch in Deiner Familiengeschichte nach den verborgenen Stärken suchen kannst Deine Fragen aus dieser Folge Wofür bist Du Deinen Vorfahren dankbar? Was haben Deine Ahnen Dir mitgegeben? Welche Fähigkeiten, Werte und Stärken ziehen sich durch Deine Familiengeschichte? Was davon möchtest Du bewusst weitertragen? Was darf bei Dir enden? Und welche Entscheidung von gestern möchtest Du heute noch einmal neu treffen? In jeder Familie gibt es Schweres, Hässliches und manchmal auch Traumatisches. Doch zwischen all dem können Fähigkeiten, Widerstandskraft, Kreativität und Lebensmut verborgen liegen. Oder, wie ein Mensch einmal zu mir sagte: „Ingrid, Du besitzt die Fähigkeit, aus dem größten Dreck das Gold zu holen.“ Vielleicht ist es jetzt an der Zeit, auch in Deiner Geschichte nach diesem Gold zu suchen. Brauchst Du dabei Beistand, unterstütze ich Dich gerne. Mehr über mich und meine Arbeit: www.business-kraftwerk.de Unverbindliches 30-minütiges Gespräch: https://business-kraftwerk.meetfy.online/kennenlerngespraech

Bleib mutig. Nicht härter – klarer. KLARE STUNDE – der Podcast von Ingrid Hutflötz-Zikeli

Transkript anzeigen

00:00:01: Hallo ihr Lieben.

00:00:02: Ja, ich habe beschlossen jede dritte Folge also nach den drei Folgen gibt es einen plauder podcast von klare stunde.

00:00:12: Tatsächlich wollte ich auch mit meinen wurzeln anfangen.

00:00:16: oft fragen mich ja die leute woher kommt eigentlich dein name?

00:00:19: engert hut flöts ziekeli?

00:00:22: no das ist ja mal nicht einfach und Es hört sich auch irgendwie exotisch an.

00:00:27: Hutflöts kommt vermutlich oder sehr wahrscheinlich aus der Flößerei, derjenige der sozusagen die Pionierarbeit gemacht hat, der vorne weg mit dem Floß gefahren ist und die Untiefen ausgemacht hat.

00:00:42: Die Strömungen also den Weg festgelegt hat für die anderen Flößer, die die Ware transportiert haben – das war der Hutflößer!

00:00:51: Und da man ja etwas kreativ geschrieben hat früher, ist daraus ein Hutflöts geworden.

00:00:58: Und Zikeli ist ein typisch siebenbürgischer Name, hat mir den Säcklern zu tun.

00:01:04: Also mit einem Volk das zur Grenzbefestigung und zum Handel angetreten war in Siebenbürgen.

00:01:12: Der Name wurde eben auch mehr oder weniger eingedeutscht indem man aus dem Säkkler- oder Säckei Zikkeli gemacht hat.

00:01:23: Ja der Name lässt natürlich darauf schließen wo ich her komme... Die Flößerei, die war ja eigentlich an allen Flüssen früher verbreitet.

00:01:36: Aber die Hutflöten sind das erste Mal verbürgt im heutigen Nordwesten Ungarns um die Stadt Gier rum.

00:01:48: Dort hat Karl der Große auch süddeutsche Menschen angesiedelt also vor über tausend Jahren und Die Menschen haben sich dann wiederum verbreitet über ganz Ungarn und dann auch bis in den Banat hinein.

00:02:07: Aus dem Banat komme ich nämlich, jetzt gibt es viele Leute die gar nicht wissen wo das Banat ist.

00:02:13: also Das Banat liegt im Grunde zwischen Ungarn Rumänien Und Serbien wurde nach den Weltkriegen aufgeteilt Und dort gibt es eine deutsche Minderheit.

00:02:30: Inzwischen, damals wurde sie von Maria Theresia extra in ein mehr oder weniger menschenleeres Land geholt worden weil nach den Türkenkriegen dieses Land quasi leer war.

00:02:47: Dort hat man die sogenannten Banataschwaben angesiedelt also Leute mit den Ulmarschachteln Die Donau entlang ins Banat kamen und sogenannte Berglanddeutsche, etwas später.

00:03:03: Die Bergland-Deutschen kamen aus Österreich vor allen Dingen aus Tirol, aus der Steiermark und aus dem Salzburger Land und sorgten dort für den Erzabbau.

00:03:15: Die Stadt in der ich geboren wurde, Reschitz ist auch eine der größten Stahl verarbeiteten Plätze in ganz Europa gewesen.

00:03:26: bis heute steht Die Fabrik, die, glaube ich, siebzehn oder siebzig dort installiert wurde und sehr wenig renoviert wurde.

00:03:37: Ich konnte noch also in den Kindergarten gehen durch ein Leck in der Mauer direkt auf die Hochöfen sehen wo Stahl gegossen wurde.

00:03:50: In meiner Familie gibt es sowohl väterlicherseits die Panathaschwaben als auch berglantdeutsche aus meiner miterlichen Linie.

00:04:00: Sie sprechen sehr unterschiedliche Dialekte und es gibt auch eine gewisse Abgrenzung gegeneinander, möchte ich mal sagen.

00:04:11: Und dann gibt das in meiner Familie eben der Name.

00:04:13: Zikeli weiß daraufhin auch siebenbürgische Anteile.

00:04:17: In sieben Bürgen gibt es auch eine große deutsche Minderheit die tatsächlich nach dem zweiten Weltkrieg zur marginalen Minderheit wurde weil sie ausgewandert sind hauptsächlich bzw mehr oder weniger vertrieben wurden, weil man ihnen alles weggenommen hat.

00:04:35: Und die Siebenbürger, die gibt es in Kapatenbogen seit etwa achthundert Jahren im heutigen Rumänien.

00:04:45: damals war's Ungarn und die Siebebürger hatten vom ungarischen Königsboden also sein Eigentum überlassen bekommen unter der Bedingung, dass sie das Land mit ihrem Leben verteidigen.

00:04:58: Was sie natürlich auch gern getan haben, dann war ja ihr eigenes Land.

00:05:04: Diese beiden Minderheiten also die Banata, die ja auch aus zwei Stämmen mehr oder weniger bestehen bzw in jedem Dorf spricht man eigentlich einen anderen Dialekt weil die Leute von Maria Theresia und danach von ihrem Sohn Josef II aus ganz Süddeutschland, aus Franken bis nach Alsas-Lothringen eingesammelt wurden und die Donau runter ins Banat gebracht wurden.

00:05:36: Sie zeichnet, würde ich sagen vor allen Dingen der Pioniergeist aus.

00:05:42: Es wurde in jeder Generation komplett neu angefangen.

00:05:50: Das andere ist eine besondere Härte.

00:05:54: Ich denke, das hat das Land mit sich gebracht.

00:05:56: Also die Leute sind ja nicht umsonst in dieses Land gewandert oder eingewandert.

00:06:03: Sie waren dort wo sie her kamen in krisenhaften Situationen.

00:06:08: Sie konnten dort nicht so weiterleben was sie natürlich woanders hingetrieben hat.

00:06:17: und im Banat erwartete der erste Generation also den ersten der Reihe der Tod den zweiten, die Not und dem dritten erst das Brot.

00:06:31: So ging der Spruch im Volksmund Und tatsächlich kann man es an den statistischen Zahlen sehr gut erkennen.

00:06:41: Im Banat war Sumpfgebiet Das heißt jetzt sind wir die Fliegen am Anfang gestorben Bis es urbar gemacht wurde des Land.

00:06:49: Dann war es ein sehr fruchtbares und reiches Land.

00:06:54: Im Grunde wurde halb Europa davon versorgt, eine Zeit lang und die Leute kennt sich nicht ein großes Zusammengehörigkeitsgefühl.

00:07:06: Das hat natürlich auch mit sich gebracht dass man sich gegen andere abgrenzt also auch gegen andere deutsche Minderheiten eben die Banadaschwaben gegen die Berglanddeutschen Aber auch gegen die Ungarn, die in dem selben Gebiet wohnten.

00:07:24: Gegen die Serben, gegen Zigeuner, gegen Rumänen eben alle Völker, die auch noch in dem Vielvölkerstat dort lebten der noch kein Staat war anfangs also es gehörte zu Österreich-Ungern aber das war kein eigenes Staatsgebiet.

00:07:48: Besonders eindrucksvoll finde ich die Eigenschaft dass immer wieder aufstehends.

00:07:56: Also ein großes Durchhaltevermögen bringt die Leute dazu wirklich sehr, sehr lange, sehr hart und fokussiert an etwas zu arbeiten.

00:08:06: wenn sie sehen das geht so nicht dann können Sie es lassen und fangen was Neues an und dann ist auch gut.

00:08:15: also diese Stie-Aufqualitäten sind unfassbar ausgeprägt.

00:08:19: ich denke das hat mit dem immer wieder neue anfangen müssen und auch mit dem pionierhaften jeder Generation zu tun, denn immer wieder mussten Dinge gemacht werden die noch nie zuvor einer ihnen vorgemacht hat.

00:08:36: Das heißt man musste mit Eigenständigkeit, Kreativität und mit einem gewissen eigen Willen auch vorgehen.

00:08:48: In einer solchen pionierschaften Situation muss man sich ja vor allen Dingen auf sein Instinkt, also auf seine Intuition verlassen können.

00:08:57: Man muss dazu fähig sein einen gewissen Überblick eine Adlerperspektive einzunehmen und gleichzeitig auch um das Datei zu kümmern.

00:09:05: Das heißt auch ganz tief reinzugehen und immer wieder selbst zu reflektieren und seine Situation immer und immer wider einer Revision unterziehen was eigentlich ein anstrengender Prozess wenn man in sich angewöhnt ist der unglaublich produktiv.

00:09:25: Das verdank ich meinen Ahnen, denke ich!

00:09:30: Überhaupt habe ich großen Respekt vor ihrem Durchhaltevermögen, vor ihrer Eigenständigkeit und auch vor ihrer Leidensfähigkeit.

00:09:44: Vor der Eigenschaft sich nichts gefallen zu lassen und immer wieder aufs Neue anzufangen.

00:09:56: Allerdings... möchte ich dieses immer wieder aufs Neue anfangen, dazu nutzen mehr Freude und Leichtigkeit ins Leben zu bringen.

00:10:08: Denn das fehlte meinen Vorfahren – aufgrund der Lebenssituation natürlich!

00:10:14: Wobei es manche meiner Vorfahren offensichtlich eingeschrieben hatten.

00:10:19: Meine Großmutter, die ich nie kennenlernen durfte väterlicherseits war offensächlich ein äußerst fröhlicher Mensch Ein sehr leutzeliger, der gerne andere eingeladen hat.

00:10:33: Sie umsorgt hat und sehr, sehr fröhlich war – obwohl ihr Leben ein sehr hartes war!

00:10:44: Was mich seit Kindertagen schon immer beschäftigt ist die Geschichte meiner federlichen Familie.

00:10:53: Meine Großeltern mussten mit ihren Kindern im Krieg ins Ausland fliehen, weil die Russen angerückt kamen.

00:11:06: Sie landeten in Krumau in damaligen Böhmen und blieben dort bis zum Kriegsende.

00:11:14: Mein Großvater war als Soldat in den Krieg eingezogen in der Wehrmacht und kam erst nach Kriegsendel nach Krumaut zurück.

00:11:28: Dann waren die Grenzen schon zu, der eisene Vorhang war schon gefallen, Tschechien war unter Besatzung Und die Kommunisten hatten die Macht übernommen und meine Großeltern sahen sich gezwungen, wieder dorthin zurückzukehren wo sie herkam.

00:11:47: Ins Banat.

00:11:51: Allerdings konnten sie nicht mehr in ihr Haus zurück.

00:11:54: das war bereits besetzt.

00:11:57: was heißt sie kamen bei Verwandten unter und mein Großvater der vor dem Krieg einer der größten Bauern seiner Gegend war musste sich als Tagelöner durchschlagen.

00:12:11: Und, weil er ja als Antikommunist galt wurde er auch verfolgt.

00:12:17: immer wenn es an der Tür klopfte erzählten mein Vater und seine Geschwister hatte man Angst dass die Sekuritate vor der Tür steht also die Geheimpolizei der Kommunisten.

00:12:34: Es war eine sehr harte Zeit.

00:12:36: sie war für die Familie mit Hunger Entbehrung und vor allen Dingen mit einer zielischen Entbeährung gekennzeichnet.

00:12:49: Vorher waren sie respektable Personen, dann waren sie Parias.

00:12:57: Schlimmer noch wurde es in den westlichen Europa alles auf Aufschwung stand und die Leute allmählich wieder sich erholt hatten einen gewissen Wohlstand aufbauen konnten.

00:13:15: Da wurde die Familie meines Vaters das Nachts abgeholt, mit Maschinengewehren in Fivergons in eine Steppe Rumäniens gebracht.

00:13:26: Obwohl sie nicht wussten wo sie hingebracht werden.

00:13:30: man hat ihnen nur gesagt Sie werden auf keinen Fall zurückkommen was sie vermuten ließ dass sie nach Sibirien verschleppt werden.

00:13:41: Aber sie wurden nur sozusagen ins Baragan verschleppt, das ist eine Steppe kurz vor dem Schwarzen Meer in der es im Sommer sehr große, sehr hohe Temperaturen hat.

00:13:54: Also eine sehr große Hitze und im Winter eine extreme Kälte.

00:13:59: Dort wurden sie mit vier Pflöcken in angebautes Land der Rumänen abgeladen und einfach sich selbst überlasten bis sie dann arbeiten sollten, denn Essen gab es nur für Arbeit.

00:14:15: Auch für Kinder galt

00:14:16: das.".

00:14:21: Es wurden immer wieder Leute entlassen.

00:14:23: Viele Leute starben auch unter diesen elenden Bedingungen.

00:14:27: Sie bauten ihre Dinge ja einfach im Nichts auf, hatten sich ihre Leintücher über sich ausgebreitet um ein bisschen Schutz zu haben gegen Regen und deshalb starben viele von ihnen an Krankheiten Und man wusste nie woran man ist.

00:14:46: Besser wurde es etwas, berichteten sie als Stalin gestorben war.

00:14:52: Da konnten Sie wenigstens ihre eigenen Dinge anbauen.

00:14:55: das hat man ihnen dann genehmigt aber mein Vater mit seinen dreizehn bis achtzehn Jahren musste dennoch jeden Morgen aufstehen Den ganzen Tag am Feld hacken und hat dafür abends ein Marmeladenbrot bekommen.

00:15:11: Das war sein Lohn.

00:15:13: er hat quasi immer Hunger gelitten sagt er was der Folge hatte, dass wir auch immer essen mussten weil er das so entbeeren musste in seiner Kindheit.

00:15:27: Sie hatten alles verloren und im Grunde sogar auch ihren Selbstrespekt bis zu einem gewissen Grad.

00:15:41: Als sie nach fünf Jahren überraschenderweise entlassen wurden durften sie nicht mehr an ihrem Heimatort zurückkehren.

00:15:49: Da stand ein Stempel in ihrem Pass Dass sie überall hin durften nur dahin nicht.

00:15:57: Sie sind dann zum Arbeiten in die Stadt gegangen, also meinen Großvater und die beiden Söhne.

00:16:03: Meine Großmutter wollte auf gar keinen Fall in der Stadt, sie wollte am Land leben.

00:16:08: Dort hat sich auch in wenigen Jahren eine kleine ansehnliche Landwirtschaft aufgebaut und sehr gute Kontakte zu den Frauen im neuen Dorf aufgebaut.

00:16:22: Leider starb sie weniger Jahre nachdem sie dort eingetroffen waren Überraschenderweise, was ein sehr großer Schock für die Familie war.

00:16:33: Denn in dieser Zeit hatte diese Familie gelernt, dass sie sich nur auf sich selbst und ihr Zusammengehörigkeitsgefühl verlassen konnten.

00:16:47: Letztlich landete dann die ganze Familie also auch alle Geschwister meines Vaters in Reschitz – in der Stadt, in der es eben Arbeit für alle gab, die auch kein Land mehr hatten!

00:17:03: Dort traf mein Vater auf meine Mutter, die aus einer Familie von Bergland-Deutschen stammte.

00:17:13: Die traditioneller Weise immer Handwerke ausübten.

00:17:19: Mein Großvater war Maurer Schneider Schreiner Schuster und im Grunde hat er sich die Metallverarbeitung ganz alleine beigebracht.

00:17:33: Er schmiederte aus Alteisen sogenannten Sturz, also von der Endhaltestelle der Strahlverarbeitung herbeischleppte.

00:17:45: Feinste Seegeschreiben, feinst das feinste Metallarbeiten und niemand hatte ihm das beigebracht.

00:17:54: Das hat er sich alles selbst drauf geschafft.

00:17:59: Diese große Kreativität resultiert aus dem Pionierhaften, aus dem ohne Vorbild handeln müssen aus dem ja nichts haben, wenn man nicht schafft sozusagen.

00:18:15: Meine Mutter hat diese große kreative Intelligenz geerbt, konnte aber leider das nicht so ausleben wie sie es gern wollte.

00:18:29: Sie wurde sehr früh Mutter und das kam ein Kind nachdem anderen was jetzt nicht unbedingt ihre beste Rolle war bedauerte sehr, sich beruflich nicht wirklich ausleben zu können.

00:18:51: Erst spät hat sie eine Ausbildung zur Technikerin gemacht und wurde dann Abteilungsleiterin einer großen Firma und hat das bis zu ihrer Rente auch sehr erfolgreich betrieben.

00:19:06: Was wohl meine Mutter als auch meinen Vater kennzeichnet ist eine eigenwillige und in sich verschlossene Durchhaltestrategie im Leben.

00:19:21: Ein gewissen Trotz, dass man es auf jeden Fall schaffen möchte auch unter widrigsten Umständen.

00:19:30: Daran musste ich denken als viele Jahre später mein Professor für den nicht eine Arbeit geschrieben hatte mir sagte Ich sei wie die Berliner sagen würden ein Zähesluder Also jemand der nicht aufgebt Auch wenn es sehr hart wird.

00:19:53: Meine eigene Kindheit und Jugend ist im Grunde wie ein Brennglas der Geschichte meiner Familie.

00:20:05: Anfangs wurde ich von meiner Mutter zu meinen Großeltern gebracht.

00:20:12: Da war ich noch nicht einmal drei Jahre alt.

00:20:15: Das war für mich ein großer Schock.

00:20:18: Ich wollte bei meiner Mama sein, mit meinen Eltern.

00:20:22: Meine Großmutter hat mich dann großgezogen, dass ich etwa neun Jahre alt war und sie war mir in großer Liebe und Hingabe verbunden.

00:20:32: Das war etwas das mich gehalten hat, was mich aufgestellt hat, das mir Widerstandsfähigkeit mitgegeben hat denke ich.

00:20:46: Dann im Kindergarten merkte ich, dass es offenbar so eine Zweiklassengesellschaft gibt.

00:20:56: Also ich durfte so gut wie nie mit den Puppenwegen spielen, während so zwei drei andere Mädchen immer mit dem Puppemwegen spielen durften.

00:21:08: Viel später habe ich erfahren dass das die Töchter der Sekurität der Größen in unserer Stadt waren und deshalb besondere Rechte hatten, wie es im Kommunismus üblich war.

00:21:22: Und gleichzeitig konnte In meiner Pionierhaftigkeit und in meinem großen Willen und in meiner Stärke beweisen, als beispielsweise der Nikolaus kam.

00:21:35: Und ich mich als einzige meldete das sie ihn abholen würde an der Tür.

00:21:41: Ich hatte keine Angst!

00:21:44: Ich hatte Stehvermögen... ...und mit neun Jahren wurden wir dann als Familie sozusagen wiedervereinigt, als Primärfamilien und kamen nach Deutschland weil zuvor mein Vater Nach twenty-fünfjährigen Antragstellen, um das Land verlassen zu dürfen, er doch illegal über die Grenze geflohen war.

00:22:15: Eingesperrt wurde und danach mehr oder weniger aus dem Land geworfen

00:22:19: wurde.".

00:22:23: Was ich da erlebte in einer völlig fremden Umgebung mit anderen Sitten eine andere Geschichte ... Auch etwas anderen Kultur war das, was meine Vorfahren bereits erlebt hatten als sie auswanderten.

00:22:44: Es war wieder dieses pionierhafte, dieses auch ausgegrenzte im ersten Moment oder in der ersten Zeit auf jeden Fall und es war dieses Neu anfangen müssen.

00:22:59: Etwas sozusagen aus dem Boden stampfen.

00:23:02: Was ich dabei lernte war vor allen Dingen mit der Einsamkeit, mit der Ausgesetztheit.

00:23:10: Mit der Außenseiterrolle umzugehen und in sich selbst durch Selbstreflexion und auch durch einen gewissen trotzigen Willen zu bestehen was mir große Dienste leistete.

00:23:32: dabei waren nicht nur meine große Fähigkeit zur Selbstreflektion sondern auch andere empathisch zu verstehen, also mich in ihre Rolle hineinversetzen zu können.

00:23:49: Ein großartiges Geschenk in dieser Zeit und nicht nur in der Zeit sondern weit darüber hinaus bis heute war meine Schwester bzw ist sie immer noch Dieses Zusammengehörigkeitsgefühl mit meiner Schwester, das ja neu war weil meine Schwester wohnte bei meiner Tante bis ich neun war.

00:24:12: Wir sind im Grunde wie entfernte Verwandte aufgewachsen und lernten uns dann in Deutschland eigentlich immer besser kennen.

00:24:24: Die Gespräche mit ihr die Gedanken die wir uns gegenseitig befruchteten unsere Erlebnisse die wir reflektierten.

00:24:37: Ich denke, dieselben Wurzeln haben uns beide im Grunde ein gutes Stück in unserer Persönlichkeitsentwicklung weitergebracht.

00:24:51: Diese Auswanderung aus dem kommunistischen Rumänien ins freiheitliche demokratische Deutschland – also in den Westen war ein großes Geschenk für mich!

00:25:10: von einer zweitklassigen Person, die wir im Kommunismus waren weil wir keine Kommunisten waren zu einem freiheitlichen Menschen der all das darf was er möchte.

00:25:27: Der all das erreichen kann was er sich vorstellt und dem Grunde ist dass das was meine Vorfahren auch erlebten dort wo sie früher lebten konnten sie das nicht ausleben, was Sie gern wollten.

00:25:42: Konnten sie ihre Sehnsüchte und Träume nicht leben?

00:25:45: Und sind deshalb ausgewandert!

00:25:49: Und dort wo ich jetzt war in Deutschland konnte auch meine Träime und meine Sehensüchte lieben.

00:25:57: Erst einmal musste ich allerdings lernen überhaupt welche zu entwickeln denn das war uns ja so nicht gestattet.

00:26:05: wir waren sehr klein gehalten auch in unserem Innern.

00:26:11: So durchschritt ich im Grunde alle Schultüben von der Hauptschule bis dann zu meinem akademischen Abschluss, bis sich für mich das Gefühl hatte.

00:26:22: Ja jetzt habe ich genug gelernt und im Grunden lerne ich immer noch!

00:26:26: Ich mache immer noch Ausbildungen und Fortbildungen weil ich für mich festgestellt habe... ...ich werde ein Leben lang lernen denn es gibt immer etwas zu lernen Es gibt immer einen Fortschritt zu vollziehen.

00:26:45: Was ich auch noch im Laufe meines Lebens festgestellt habe, ist tatsächlich dass meine Entscheidungen von gestern nicht unbedingt meine Entscheidung von heute sein müssen.

00:26:58: Ich kann mich also jeden Tag aufs Neue neu entscheiden.

00:27:04: Diese innere Freiheit habe ich.

00:27:10: Sie ermöglicht mir echten Fortsschritt echte Transformation und die Erfüllung meiner Träume, meiner Sehnsüchte im Grunde meines innersten ureigendsten selbst.

00:27:29: Und letztlich ist es genau das was meine Vorfahren auch wollten sie wollen sich selbst verwirklichen.

00:27:38: deshalb haben Sie all das auf sich genommen und ich bin Ihnen von Grund auf dankbar dass wir mir all das überliefert haben dass sie mir diese Stärke und diese Bandbreite an Handwerkszeug, an Möglichkeiten gegeben haben.

00:28:03: Und jetzt zu dir!

00:28:05: Wofür bist du dankbar?

00:28:07: Was haben dir deine Ahnen mitgegeben?

00:28:13: Manchmal ist da mir der Blick dafür verstellt durch um vielleicht schlimme Erfahrungen sogar durch Traumata.

00:28:23: Es ist notwendig, zu den Altvorderern zu schauen und zu dem zu schauen was uns unsere Familie mitgegeben hat.

00:28:33: Denn im Grunde sind das in jeder Familie so, man sagt ja auch unter jedem Dach ein Ach dass es viele hässliche schlimme schwere Dinge gibt anzusehen und sie aufzuarbeiten.

00:28:52: allerdings gibt es wie mir mal jemand sagte, die Dinge zu entdecken, die tief im Schlamm im Dreck versteckt sind.

00:29:05: Dieser Mensch hat zu mir gesagt, Ingrid du besitzt die Fähigkeit aus dem größten Dreck das Gold zu holen!

00:29:14: Wenn du also auch Beistand dabei brauchst aus vielem Dreck Das gold zu extrapolieren dann helfe ich dir gerne dabei.

00:29:26: melde dich bei mir.

00:29:29: Wenn du diesen Prozess durchgehst, wirst du feststellen dass du am Ende des Tages auf festerem fruchtbareren Boden stehst.

00:29:39: Ich freue mich auf dich!

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